Liebste Caro,
du warst die Erste, die mich 2014 bei der Linken in Schöneberg herzlich und organisierend ansprach, ob wir mit 2 weiteren jungen Leuten eine solid-Jugendgruppe für den Südwesten bezirksübergreifend gründen wollen. In den darauffolgenden Monaten hattest du außerdem eine Filmvorführung mit Podiumsdiskussion zum Film Sexarbeiterin organisiert. Ich habe sehr bewundert wie du das alles auf die Beine gestellt hast. Wir sind solidarisch und in Freundschaft und Verbundenheit durch das darauffolgende Jahrzehnt gegangen.
Schon damals warst du mit der Landesarbeitsgemeinschaft Queer aktiv, zuvor auch als eine der Sprecher:innen und hast dich unter anderem im Bezirksvorstand der Linken, für den Regenbogenkiez und den Kurfürstenkiez, auch bei der Mittwochsinitiative engagiert und dich für Menschen eingesetzt. Du hast dich kontinuierlich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Sexarbeitende und evidenzbasiert gegen die Kriminalisierung stark gemacht, so waren wir auf vielen Demos zusammen.
Ehrenamtlich hast du dich viele Jahre im Vorstand der Linken Tempelhof-Schöneberg engagiert. Du hast unter anderem als Direktkandidatin der Linken für Friedenau unermüdlich Wahlkampf gemacht. Dann warst du von 2016 bis 2021 Bezirksverordnete und hast dich für kommunalpolitische Anliegen in der Bezirksverordnetenversammlung und im Ausschuss für Queer, Frauen und Inklusion und als Ausschussvorsitzende für Partizipation und Integration und gegen Rassismus eingesetzt. Mit Sprachkursen für Geflüchtete hast du auch konkret gehandelt und unterstützt.
Es ließ sich wunderbar mit dir demonstrieren. Es ließ sich außerdem wunderbar mit dir feiern, privat und politisch, so empfiehlt es sich dein Leben zu feiern, in das du so viel reingepackt hast.
Du hast das beste draus gemacht und kannst wirklich stolz auf dich sein.
Immer warst du auch maßgeblich beteiligt Linke Beiträge für den Frauenmärz im Bezirk zu organisieren und ich glaube unter anderem hast du dort bei unserem Workshop beim Theater der Unterdrückten deine Leidenschaft fürs Theater wieder entdeckt und nochmal ein zusätzliches Studium neu begonnen. Über das Thema eines darauffolgenden Jahres, das Veto-Prinzip hast du noch deine Bachelorarbeit geschrieben.
Bei deinem Studium der Judaistik hast du außerdem noch Hebräisch gelernt. Gleichzeitig hast du dich gegen Waffen und für Frieden eingesetzt. Im Großen und im Kleinen. Dem Theater hast du dich dann voll hingegeben und hast dich trotzdem weiter politisch eingebracht.
Du warst Sozialistin für die Menschen, für Frieden und für Freiheit vor Unterdrückung.
Beim letzten Frauenmärz 2025 waren wir gemeinsam auf der Gedenkfahrt nach Ravensbrück, um die Erinnerung wach zu halten und Lehren für die Zukunft zu ziehen. Für 2026 hattest du noch Impulse mit ins Treffen gegeben.
So vieles mehr hätte ich dich so gern noch gefragt, von dir gelernt und mit dir geteilt. So gern wäre ich mit dir alt geworden und hätte mir gewünscht dass wir eines Tages als alte Hexen bei Wein zusammen sitzen. Du fehlst. Als riesiges Feuer halte ich dich im Herzen und in Ehren und werde immer an dich denken.
In Liebe. Rest in Peace & Power.